Ausbildung und Mitarbeit

Sie interessieren sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit?

 

Die Ausbildung und ihre Inhalte

umfasst etwa 140 Stunden und erstreckt sich über den Zeitraum eines Jahres mit wöchentlichen Gruppensitzungen von drei Stunden; Wochentag und Zeit stehen vorher fest. Hinzu kommen 2 Wochenenden (Freitag nachmittag/Samstag). Die Schulferien sind ausbildungsfreie Zeit. Die Gruppengröße liegt bei ca. 12 TeilnehmerInne. Den Termin für den nächsten Ausbildungskurs erfahren Sie im Büro

Ausbildung und Mitarbeit

Wenn sie sich für eine Mitarbeit bei der TelefonSeelsorge interessieren, können Sie sich mit den anhängigen Bewerbugsunterlagen bei uns bewerben. Wir starten in der Regel jährlich eine neue Ausbildungsgruppe, die 2  Jahre dauert. Nach dem ersten Jahr nehmen Sie Ihren  Dienst am Telefon auf. Die Ausbildung beinhaltet einen großen Anteil an Selbsterfahrung. Sie lernen, Wie ein seelsorgerliches Gespräch gelingen kann. Dabei orientieren wir uns am personzentrierten Ansatz von Carl Rogers, bedienen uns  aber auch anderer  Methoden wie Psychodrama, Transaktionsanalyse, TZI, systemische Therapie usw. 

Die Beraterinnen verpflichten sich nach der Ausbildung zu mindestens 3 Jahren Mitarbeit. 

Was Sie mitbringen sollten

Erwartungen und persönliche Eignung

Eine bestimmte Schul- und Berufsausbildung wird nicht vorausgesetzt. Für die Ausbildungsgruppe werden unter den BewerberInnen 12-14 offene, lebenserfahrene und lernfreudige Menschen ausgewählt.

Um den Anrufenden gerecht werden zu können, müssen die nötigen äußeren und inneren Voraussetzungen für eine Mitarbeit gegeben sein. Zur eigenen Abwägung nennen wir folgende Eignungskriterien, die mitgebracht bzw. erlernt werden müssten:

Selbstwahrnehmung

Da eigene Lebenserfahrungen, Gefühle und Wünsche in den Gesprächsverlauf mit einfließen, sollten diese kritisch wahrgenommen und auch innerhalb der vertrauten Gruppe geäußert werden. Dabei ist auch wichtig, Rückmeldungen zu und von anderen offen geben und entgegennehmen zu können.

Einfühlungsvermögen

Sie sollten bereit und in der Lage sein, sich in fremde Denkmuster und Verhaltensweisen hineinzuversetzen: Viele Anrufende verbergen ihre Trauer hinter distanzierten Redensarten oder wirken auf den ersten Eindruck schroff und abweisend, obwohl sie innerlich verzweifelt sind.

Toleranz

Viele GesprächspartnerInnen denken, fühlen, leben und glauben anders, als es Ihnen vielleicht vertraut ist. Sie sollten sich in diese fremde Welt einfühlen und dabei die eigenen Wertmaßstäbe zurückzustellen können.

Flexibilität

Sie haben es kurz hintereinander mit verschiedenartigen Menschen und Problemen zu tun und sollten in der Lage sein sich sehr schnell auf neue GesprächspartnerInnen und deren unterschiedliche Lebenssituationen einzustellen.

Belastbarkeit

Ein gewisses Maß an seelischer Stabilität ist notwendig um stark erschütternde Situationen mittragen und eigene Hilflosigkeitsgefühle aushalten zu können. Dazu gehört auch, die eigenen Belastungsgrenzen wahrzunehmen und zu respektieren.

Gelassenheit und Humor

Die „freecall-Nummer“ der TelefonSeelsorge wird auch von meist jugendlichen Test- und Scherzanrufern gewählt, teilweise auch von Sexanrufern benutzt. Selten verbirgt sich dahinter eine echte Notlage. Sich davon nicht gleich aus dem Konzept bringen zu lassen hilft, mit solchen Situationen umzugehen.

Zeit

Als Mitarbeiterin der TelefonSeelsorge leisten Sie monatlich  ca. 2 Tagdienste à 4 Stunden und ca. alle 6 Wochen einen Nachtdienst à 8,5 Stunden, insgesamt 22 Tag- und 9 Nachtdienste im Jahr. Hinzu kommen Zeiten für Supervision (ca. alle 3 Wochen) und Fortbildungen, die Sie sich nach Interesse aussuchen aus unserem Fortbildungsprogramm aussuchen können.

 Als Gegenleistung für die Ausbildung erwarten wir von den TeilnehmerInnen, dass sie sich für 3 Jahre Mitarbeit bei der Ts verbindlich verpflichten.

Gesundheit

 Der Dienst am Telefonist anstrengend. Es braucht eine gewisse  körperliche und geistig-seelische Fitness, um die Nachtdienste bewältigen zu können. Hinzu kommen die weicheren Faktoren, die bei „Auswahlverfahren" näher beschrieben sind. 

Auswahlverfahren -Orientierungstag

Zunächst müssen die Bewerber und Bewerberinnen nach der schriftlichen Bewerbung in einem Auswahlverfahren angenommen werden. Dazu gehören Einzelgespräche mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und ein Orientierungstag. Dieser dient dazu, gemeinsam herauszufinden, ob die Mitarbeit bei der TS das richtige Ehrenamt für Sie ist – und Sie die richtige Ehrenamtliche für die TS! . Am Orientierungstag begegnen Sie nicht nur den hauptamtlichen Mitarbeitenden, sondern Sie können auch im Gespräch mit erfahrenen Ehrenamtlichen klären, ob es für Sie „ passt“ bei uns mitzuarbeiten. Wir versuchen, in diesem Auswahlverfahren sehr sogfältig vorzugehen, weil es uns wichtig ist,   psychisch möglichst stabile Menschen zu gewinnen, die selbst gut mit schwierigen Lebenssituationen umgehen können. Eine gute Fähigkeit zur Selbstreflektion, Humor und die Offenheit für spirituelle Fragestellungen sind neben anderen  wichtige Kriterien bei der Auswahl der Personen

Ausbildung

Die Ausbildung hat drei Schwerpunkte:

1.    Selbst- und Fremderfahrung im Beziehungsfeld der Gruppe

Die Person der Mitarbeiterin oder Mitarbeiters ist das Instrument unserer Arbeit. Das bedeutet die persönlichen Gefühle, Einstellungen und Verhaltensweisen zu erkennen und zu reflektieren. Vorhandene Fähigkeiten sollen entdeckt, bejaht und entfaltet werden. Themen sind – neben den persönlichen Stärken und Ressourcen – auch die eigenen Krisen und ihre Bewältigung.

2.    Einübung in die Praxis partnerzentrierter Gesprächsführung

Die MitarbeiterInnen der TelefonSeelsorge brauchen für ihre Gespräche ein geschultes Gespür für die Art der Kommunikation, die sich zwischen ihnen und dem/der Anrufenden entwickelt und für die Bewältigungsmöglichkeiten, die sich in einem Gespräch abzeichnen. Methodische Hilfen sind nötig zur Gestaltung der Gespräche und auch zur Verarbeitung der dabei entstehenden Belastungen.

3.    Arbeit an der Übertragung auf die Ernstsituation

Durch Hospitieren bei erfahrenen MitarbeiterInnen und erste eigene Gesprächserfahrungen wird die besondere Gesprächssituation am Telefon erlebt und ein Kennenlernen der vielfältigen Problemsituationen ermöglicht. Viele Anliegen und Themen von Anrufenden können nur dann sachgemäß besprochen werden, wenn ein Grundwissen vermittelt wird, wie z.B. der Umgang mit Suizidgefährdeten, Suchtmittelabhängigen, Beziehungsstörungen, psychischen Erkrankungen...

Die ganze Bandbreite wird  im Jahr nach der Grundausbildung in Verbindung mit eigenen Erfahrungen am Telefon erarbeitet.

 

Der Schwerpunkt der gesamten Ausbildung liegt beim Lernen an der eigenen Person und beim Lernen durch Tun und weniger an der Vermittlung von Wissen. Das hat zur Voraussetzung, dass sich die Teilnehmenden auf einen sehr persönlichen Prozess einlassen können und wollen, der auch mit Verunsicherungen verbunden ist, von dem sich aber auch für das eigene Leben sehr viel profitieren lässt.

Am Ende der Grundausbildung, also nach einem Jahr,  steht die Aufnahme in die Mitarbeiterschaft. Parallel zu den Diensten am Telefon folgt ein Jahr der Intensivsupervision (14-tägig, 3 Stunden). Nach Abschluss der 3 Jahre  haben alle Mitarbeitenden Supervision im 3-Wochen-Turnus, mit einer Dauer von  2 Stunden.

 

Ihre Mitarbeit bei uns -  eine Chance für Sie

Nach aller Erfahrung ist es so, dass wer sich auf diese Arbeit einlässt nicht nur viel gibt, sondern auch sehr viel bekommt. Die Balance im Geben und Nehmen steht immer wieder im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. 

Das erwartet Sie:

eine qualifizierte Ausbildung

Unterstützung durch fortlaufende Supervision

intensive Gruppenerfahrungen

interessante Weiterbildungsmöglichkeiten

eigenverantwortliches Handeln

tiefe menschliche Begegnungen

lebensnahe Einblicke in gesellschaftliche Veränderungen

ein freundschaftliches Betriebsklima in einer lebendigen Mitarbeiterschaft

 

Wir freuen uns, wenn Sie den Sprung wagen und sich bei uns melden.

 

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung:

Mo-Fr vormittags 9-13 Uhr unter 07071/915177 

oder schreiben Sie uns: 

 Mailadresse: buero@ts-neckar-alb.de

Postfach:

TelefonSeelsorge Neckar-Alb 

Postfach 2547

72015 Tübingen